Review Legacy Ausg. 03/2010
Da hat sich ordentlich was getan im Hause MOONCRY, die auf "Rivers of Heart" im Vergleich zum ebenfalls in Eigenregie veröffentlichten Debüt "Legacy of Hope" in jeglicher Hinsicht eine Schippe draufgelegt haben und auch langsam zu einer eigenen Identität finden.

Zum einen lässt sich erfreulicherweise feststellen, dass das in den Empire Studios von Rolf Munkes (Tony Martin/Ex-Black Sabbath)produzierte Album einen amtlichen und druckvollen Sound aufweisen kann, was schon mal ein großes Manko von "Legacy of Hope" darstellte. Zum Anderen wird direkt mit dem Opener, der auch auf dem aktuellen Legacy-Sampler enthalten ist, namens "Seconds in Time" deutlich, dass MOONCRY 2010 wesentlich härter und rauher klingen, als zuvor. Und dieser Eindruck bestätigt sich im weiteren Verlauf von "Rivers of Heart" auch, denn Nummern wie das galoppierende "Memories Drowning", das heavy-groovige "Into the Night" oder das leicht thrashige "Suffer my Pain" kannte man von der Band vom Bodensee in der Form nicht wirklich.

Positiv auch die stimmliche Entwicklung von Sänger Sali Hasan, der auf "Rivers of Heart" wesentlich vielseitiger und charismatischer singt, bevorzugt auch in tieferen Regionen. Generell ist das Konzept von MOONCRY nunmehr düsterer ausgelegt, mit jeder Menge Athmosphäre, die vom erfahrenen Keyboarder Enrico Hahn, der mit seinem Tasteninstrument die zweite Gitarre ersetzt, stimmungsvoll in Szene gesetzt wird.

Großartig kommt auch der mehrstimmige Titelsong, der sich langsam aufbauend zu einer mitreisenden Hymne steigert und nicht mehr so schnell aus dem Gehöhrgang verschwindet. Auch die (obligatorische) Ballade "Hopeless Play" kommt weder deplaziert, noch kitschig und bringt weitere Farbe ins Spiel. Jede Menge Detailverliebtheit findet sich in den einzelnen Songs wieder, und zu jeder Sekunde spürt man das Herzblut, das die Jungs in die Produktion ihres Zweitwerks gesteckt haben. Dazu zählt auch das großartige Cover von Uwe Jarling, das den professionellen Eindruck schön abrundet.

Mit dieser Referenz in Gestalt von "Rivers of Heart" in der Hinterhand sollte der längst überfällige Plattendeal für MOONCRY eigentlich reine Formsache sein. Freunde von melancholischen Dark Metal-Klängen mit jeder Menge Eingängigkeit und tollen Hooklines sollten sich "Rivers of Heart" jedenfalls ohne Wenn und Aber zulegen.

12/15 Punkte
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